Gedanken zum Krieg: Siegfried Sassoon – The Hero [„Der Held“] (1916) (Veröffentlicht am 31.10.2026)
(Übersetzung aus der englischen Sprache)
Der Held
von Siegfried Sassoon
»Jack ist so gestorben, wie er es sich gewünscht hätte«, sagte die Mutter,
und faltete den Brief zusammen, den sie gelesen hatte.
»Der Oberst schreibt so schön.« Etwas brach
in der müden Stimme, die zitternd versagte.
Sie blickte halb auf. »Wir Mütter sind so stolz
auf unsere gefallenen Soldaten.« Dann senkte sie den Kopf.
Leise ging der Offizierskamerad hinaus.
Er hatte der armen alten Dame einige ritterliche Lügen erzählt,
an die sie zweifellos ihr Leben lang glauben würde.
Denn während er hustete und vor sich hin murmelte, hatten ihre schwachen Augen
vor sanftem Triumph geleuchtet und vor Freude gestrahlt,
weil er so tapfer gewesen war, ihr herrlicher Junge.
Er dachte daran, wie »Jack«, dieses feige, nutzlose Schwein,
in jener Nacht, als die Mine bei Wicked Comer explodierte,
in Panik den Schützengraben hinuntergerannt war; wie er versucht hatte,
nach Hause geschickt zu werden, und wie er schließlich starb,
in kleine Stücke gesprengt. Und niemanden schien es zu kümmern,
außer dieser einsamen Frau mit weißem Haar.
(Quelle: Poems of the Great War 1914-1918 [Penguin Books, 1998], S. 132)
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Gedichte von englischen Teilnehmern des Ersten Weltkriegs gehören zu den zeitlosen Mahnungen gegen den Wahnsinn des Krieges, z. B. die Werke von MacLeish, McCrae, Binyon, Brooke oder Flint.
(Titelfoto: Grabstein auf dem britischen Soldatenfriedhof Reichswald bei Kleve, November 2025,
Inschrift: „He gave his life for a noble cause and passed unafraid to God.“
[„Er opferte sein Leben für eine edle Sache und ging ohne Furcht zu Gott.“])
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