Gedanken zum Krieg: Archibald MacLeish – The Young Dead Soldiers Do Not Speak [„Die jungen gefallenen Soldaten schweigen“] (Veröffentlicht am 05.06.2026)

(Übersetzung aus der englischen Sprache)

 

Die jungen gefallenen Soldaten schweigen
von Archibald MacLeish

 

Die jungen gefallenen Soldaten schweigen.

Dennoch hört man sie in den stillen Häusern:
Wer hat sie nicht schon einmal gehört?

Nachts und wenn die Uhr tickt,
spricht ihre Stille für sie.

Sie sagen: Wir waren jung. Wir sind gestorben.
Erinnert Euch an uns.

Sie sagen: Wir haben getan, was wir konnten,
aber solange es nicht fertig ist, ist es noch nicht getan.

Sie sagen: Wir haben unser Leben gegeben, doch solange es nicht zu Ende ist,
kann niemand wissen, was unser Leben gebracht hat.

Sie sagen: Unser Tod gehört nicht uns, sondern Euch;
er wird das bedeuten, was ihr daraus macht.

Sie sagen: Ob unser Leben und unser Tod dem
Frieden und einer neuen Hoffnung dienten oder umsonst waren, können wir nicht sagen,
das müsst ihr entscheiden.

Wir hinterlassen Euch unseren Tod. Gebt ihm einen Sinn.
Wir waren jung, sagen sie. Wir sind gestorben; erinnert Euch an uns.

 

 

Das Gedicht „The Young Dead Soldiers Do Not Speak“ von Archibald MacLeish (geb. am 07.05.1892 in Glencoe, Illinois/USA, gest. am 20.04.1982 in Boston, Massachusetts/USA, bestattet auf dem Pine Grove Cemetery in Conway) stammt aus dem Jahr 1943, der Autor verfasste es vor dem Hintergrund seiner eigenen Teilnahme am Ersten Weltkrieg und dem dortigen Verlust seines Bruders Kenneth. Es wird insbesondere in den USA häufig an Gedenktagen wie dem Memorial Day oder dem Veterans Day rezitiert.

Das Gedicht gibt den gefallenen Soldaten eine fiktive stille Stimme, mit der sie die Bedeutung ihres Todes in die Verantwortung der Lebenden stellen und diese zur Erschaffung einer Welt auffordern, die ihr Opfer rechtfertigt.

 

 

(Titelfoto: Inschrift auf dem US-Soldatenfriedhof Margraten/Niederlande
„To you from failing hands we throw The torch; be yours to hold it high”
[„Aus schwächer werdenden Händen werfen wir Euch die Fackel zu; Es liegt an Euch, sie hochzuhalten“]
aus dem Gedicht „In Flanders Fields” von John McCrae, November 2025)

 

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