Gedanken zum Krieg: Laurence Binyon – To Women [„An die Frauen“] (1914) (Veröffentlicht am 28.09.2026)

(Übersetzung aus der englischen Sprache)

 

An die Frauen
von Laurence Binyon

Eure Herzen sind emporgehoben, Eure Herzen,
die den vollständigen Preis vorausgesehen haben.
Eure Herzen lodern empor wie eine Flamme
aus Pracht und Opferbereitschaft.

Denn auch ihr zieht in den Kampf,
nicht mit marschierenden Trommeln und Jubelrufen,
sondern in der Wache der Einsamkeit
und durch die grenzenlose Nacht der Ängste.

Schnell, schneller als jene Falken des Krieges,
Jene bedrohlichen Flügel, die die Luft zum Vibrieren bringen,
So weit die vorderen Reihen auch stehen,
Seid ihr ihnen voraus, seid ihr schon da!

Und kein Schuss kommt blind mit dem Tod,
Und kein Stahlstich wird versetzt,
Ohne dass er unsichtbar zerriss
Und zuerst in die Brust einer Frau drang.

Inmitten des Donners der Kanonen,
Der Blitze von Lanze und Schwert
Ergießt sich Eure Hoffnung, Eure Furcht, Euer pochender Stolz,
Eure unendliche Leidenschaft.

Aus Herzen, die ein einziges hohes Herz sind,
Das dem Untergang und dem Unheil nichts vorenthält,
Brennend geopfert – um zu bluten,
Um zu ertragen, um zu zerbrechen, doch nicht zu versagen!

 

(Quelle: Binyon, The Four Years: War Poems Collected and Newly Augmented (1919), p. 40 f.)

 

Mehr zu Laurence Binyon finden Sie hier.

 

Auf dem Blog finden Sie weitere Gedichte englischer Teilnehmer des Ersten Weltkriegs, in denen diese ihre dortigen Erfahrungen verarbeitet haben, z. B. von MacLeish, McCrae, Brooke, Flint oder Sassoon.

 

 

(Titelfoto: Statue der russischen „Mutter Heimat“, die um ihren gefallenen Sohn trauert,
sowjetisches Ehrenmal, Schönholzer Heide, Berlin, Juni 2026)

 

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