Gedanken zum Krieg: John McCrae – In Flanders Fields [„Auf Flanderns Feldern“] (1915) (Veröffentlicht am 04.12.2025, zuletzt bearbeitet am 19.06.2026)

(Übersetzung aus der englischen Sprache)

 

Auf Flanderns Feldern
von John McCrae

Auf Flanderns Feldern blühen die Mohnblumen
Zwischen den Kreuzen, Reihe um Reihe,
Die unseren Platz markieren; und am Himmel
Fliegen die Lerchen, noch immer tapfer singend,
Kaum zu hören inmitten des Kanonendonners unter ihnen.

Wir sind die Toten. Vor wenigen Tagen lebten wir noch,
Spürten die Morgendämmerung, sahen den Sonnenuntergang glühen,
Liebten und wurden geliebt, und nun liegen wir
Auf Flanderns Feldern.

Nehmt unseren Kampf mit dem Feind auf:
Aus schwächer werdenden Händen werfen wir Euch die Fackel zu;
Es liegt an Euch, sie hochzuhalten.
Wenn ihr das Vertrauen zu uns, die wir sterben, brecht,
Werden wir nicht ruhen, auch wenn Mohnblumen wachsen
Auf Flanderns Feldern.

 

Das Gedicht „In Flanders Fields“ von John McCrae (geb. am 30.11.1872 in Guelph/Kanada, gest. am 28.01.1918 in Boulogne-sur-Mer/Frankreich) ist eines der bekanntesten Gedichte über den Ersten Weltkrieg. McCrae verfasste es am 03.05.1915, nachdem am Vortag in der Zweiten Flandernschlacht bei Ypern ein Freund bei einem Granatenangriff getötet worden war. Die Mohnblüte, die im Gedicht für das Blut der Gefallenen auf den Feldern Flanderns steht, wurde daraufhin in der englischsprachigen Welt zum ikonenhaften Symbol des Gedenkens an gefallene Soldaten.

Gerade von englischen Teilnehmern des Ersten Weltkrieges gibt es eine Fülle an Lyrik zu verschiedenen Aspekten des Krieges, die, wenngleich ursprünglich aus englischer Perspektive geschrieben, man vielfach mehr als hundert Jahre später fast als allgemein gültig bezeichnen kann, z. B. die Werke von MacLeish, Binyon oder Brooke.

 

 

(Titelfoto: Mohnfeld in Südhessen, Mai 2014)

 

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