Gedanken zum Krieg: Der japanische Soldat Nakamura Tokuro über sein Bemühen um menschliche Liebenswürdigkeit und Güte im Krieg, März 1944 (Veröffentlicht am 02.01.2026)
(Quelle: Bähr, Die Stimme des Menschen – Briefe und Aufzeichnungen aus der ganzen Welt 1939 – 1945 (1961), S. 527):
„5. März 1944
Wenn man unter Menschen von brutaler Gefühllosigkeit lebt, muss man sich immer und immer bemühen, tugendhaft zu bleiben. Trotz der vielen harten Kämpfe, die wir durchzustehen haben, dürfen wir die Liebenswürdigkeit und Güte nicht verlieren und müssen bemüht sein, den Reichtum des Herzens vor allen äußeren Anfechtungen zu sichern. Selbst im wildesten Kampf möchte ich die Güte, unter schlechten Menschen die Tugend und inmitten des Streites den Gleichmut bewahren.
Derjenige beweist Stärke im Leben, der nicht die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenkt. Dagegen erscheinen wie Leblose, die den andern im Wege stehen, ihnen Stellung und Glück rauben und das Licht nehmen.
Wo die Sehnsucht nach Wahrheit verloren ist, kann ein Land nicht mehr blühen.“
Nakamura Tokuro, geboren 1919 in Japan, fiel im Juni 1944 im Pazifik.
(Titelfoto: Eichenblatt unter Schnee im Stadtwald Düsseldorf,
Januar 2019)
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